Rückenschule. Gesunde Ernährung. Cholesterintest.

Sind das die Begriffe, die uns wirklich hinter dem Ofen hervorlocken, die uns inmitten unserer täglichen Arbeit aufhorchen lassen und eine Motivation wecken, an einer entsprechenden Maßnahme teilzunehmen? Sicher, wenn der Rückenschmerz mal wieder unerträglich ist oder der Hausarzt zum dritten Mal den Bauchumfang getadelt hat, fühlt sich der eine oder andere kurzzeitig einmal angesprochen. In den meisten Fällen passiert aber auch dann das Gleiche wie immer – nämlich nichts.

Am Wissen fehlt es uns nicht

Dass wir durch mehr Bewegung, andere Ernährung und weniger Stress unser eigenes Wohlbefinden und unsere Gesundheit deutlich steigern könnten, ist den allermeisten bekannt. Ich habe noch nicht erlebt, dass bei der Feststellung dass Gemüse und Vollkorn gesünder ist als Pommes und Cola jemand aufgesprungen ist, sich vor die Stirn geschlagen und gerufen hat: “Hätte ich das vorher gewusst! 30 Jahre falsch ernährt weil ich es nicht besser wusste! Endlich kann gesund essen!”

Im Normalfall gehen Teilnehmer aus dem Ernährungsseminar nach Hause, wissen genauso wie vorher was gesund ist und machen es trotzdem anders.

Emotionen steuern unser Verhalten

Stress, schlechte Laune, Unsicherheit – diese negativen Emotionen sorgen bei vielen Menschen dafür, dass sie sich ungesund verhalten. Jeder kennt das Liebeskummer-Eis (aus dem 2-Liter-Behälter) und das Feierabendbier, nach stressigen Tagen gerne auch aus 2-3 Flaschen. Sport verbinden viele Menschen mit Leistungsdruck, Ergebnisorientierung und Vergleichbarkeit mit anderen – diese Eigenschaften möchten viele allerdings mit dem vergangenen Arbeitstag hinter sich lassen. Dass essen, trinken und  bewegen eigentlich Spaß bereiten und genossen werden sollte, ist heutzutage nur noch selten präsent. Zu leistungsorientiert ist unser Alltag und lässt somit Genuss und Bewusstsein für persönliches Wohlbefinden nur selten zu.

Emotionen nutzen

Wer Gesundheit nur als Arbeit, Einschränkung und Verzicht sieht, wird schwer zu einer Verhaltensänderung zu bewegen sein. Wer allerdings positive Gedanken, Spaß und Wohlbefinden damit verbindet, ist für eine Weiterentwicklung offen. Um die Gesundheit von Menschen zu fördern, muss also klar sein, dass “gefördert” werden soll, und nicht verboten, eingeschränkt und verlangt. Und im Übrigen auch nicht “getestet”, wie es in vielen Maßnahmen heißt.

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